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Unter einem Dach | Drucken |
Montag, den 09. November 2009 um 11:47 Uhr

Aus: Probsteier Herold online

Geschrieben von Astrid Schmidt  -  Freitag, 06. November 2009

 

"Best-Ager" wollen unter einem Dach wohnen

Was mit einer Idee vor gut zwei Jahren in Laboe begann, hat inzwischen Planungsreife erreicht: das alternative Wohnprojekt einer Gruppe von sogenannten "Best-Agern", die alle eines gemeinsam haben: zu große Grundstücke und Häuser, reichlich Erfahrungen und den Willen, ihre Form des Zusammenlebens im Alter zu überdenken. Sie haben ihre Idee seit dem ersten Gedanken zielstrebig verfolgt, eine Planungsgesellschaft gegründet und ihrem Kind einen Namen gegeben – "Haus Brusus". Konkrete Pläne und Zeichnungen, Gestaltungskonzepte und Umsetzungsziele stellen die Initiatoren um Wilhelm Kuhn und Rüdiger Radden nun erstmals der Öffentlichkeit vor.

 Noch steht das Wohnhaus der Familie Kuhn auf dem Grundstück im Lammertzweg 29. Doch schon in einem Jahr soll hier das alternative Wohnprojekt Haus Brusus unter Dach sein. Foto: Schmidt

Zur Vorgeschichte: Vor gut zwei Jahren hatten Heidemarie und Wilhelm Kuhn aus Laboe, Rüdiger Radden und Hannelore Nagel aus Brodersdorf gemeinsam mit einigen anderen Zeitgenossen die Idee, im Alter die eigene Wohn- und Lebenssituation noch einmal zu verändern. Kinder weit weg, Grundstück und Haus viel zu groß, reich an Erfahrungen und bereit, sie uneigennützig weiter zu geben – das in etwa waren die Ansätze dafür. Die Idee reifte, wurde ausgebaut, begeisterte weitere rüstige Senioren, scheiterte aber zunächst an einem Grundstück für die Umsetzung. Es sollte schließlich zentrumsnah, mitten im Geschehen sein. Doch diese Flächen sind nicht nur in Laboe rar, so dass hier eine Alternative notwendig war, um nicht das gesamte Projekt scheitern und ernsthaft Interessierte abspringen zu lassen.

Die Entscheidung fiel schließlich auf das Grundstück der Familie Kuhn, das zwar nicht ganz im Ortskern, dafür aber oberhalb der Kieler Förde mit Blick auf das Wasser lag. Dort "sust und brust" es ganz schön, wenn der Westwind bläst, und so leitete man auch den Namen "Haus Brusus" ab. Die Planungsreife ist nun erreicht, eine Planungsgesellschaft gegründet, die dann in eine Eigentümergemeinschaft übergeht, wenn der Bau abgeschlossen ist, so die Erläuterungen der zurzeit sieben Mitglieder. Die haben trotz dieses Entwicklungsstandes noch Platz für weitere Interessenten. Optimal sieht man eine Beteiligung aus etwa zehn bis zwölf Parteien. Eine persönliche Machbarkeitsstudie habe man für jedes Mitglied der Gesellschaft bereits vorliegen, so Rüdiger Radden. Alternative Wohnprojekte für mehrere Generationen gibt es derzeit immer öfter, doch in diesem Fall, und das betonen die Initiatoren, sind die Senioren auch ihre eigenen Bauherren. "Es gibt keinen Investor und keinen, der noch mit verdient. So können wir auch den Quadratmeterpreis für die Wohnfläche entsprechend gestalten". Daran arbeite man derzeit noch, erklärte Wilhelm Kuhn.

Die Gruppe, die das Wohnprojekt "Haus Brusus" in Laboe plant, lädt ein zur Besichtigung des Grundstücks und zukünftigen Bauplatzes für Sonntag, 8. November, von 14 bis 17 Uhr im Lammertzweg 29 in Laboe ein. Gruppenmitglieder informieren über den Stand der Arbeiten, stellen Zeichnungen des Hauses sowie Grundrisse vor, die eine Vorstellung des Geplanten erleichtern.

Auf einer weiteren Informationsveranstaltung wird über das Projekt informiert. Dabei wird es um die gemeinsame Idee gehen, die die Gruppenmitglieder zusammengeführt hat und jetzt das Projekt planen und umsetzen lässt. Aber auch um die Möglichkeiten des Mitmachens und die vertragliche Gestaltung. Das Treffen findet am 14. November ab 10 Uhr im "Bürgertreff" der AWO Laboe, Dampferweg 1, statt.